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| 4.6. Komposition von Funktionen |
Neben den vier Grundrechenarten gibt es noch eine fünfte Methode, zwei Funktionen zu einer weiteren zu verbinden. Sie ist ganz auf den Charakter der Funktionen abgestellt, nämlich dem Zuweisen von Elementen einer Menge zu denen einer anderen, und daher nicht auf irgendwelche speziellen Gegebenheiten, wie etwa die Reellwertigkeit, angewiesen. So läßt sich etwa das bloße Zuweisen beliebig nacheinander durchführen. Die folgende Skizze macht diesen Gedanken deutlich.
So wird hier dem Element x Î A mittels g das Element y Î B zugeordnet, das nun seinerseits durch die Funktion f auf das Element z Î D abgebildet wird. Blendet man den Zwischenschritt aus, so entsteht eine neue Zuordnung, die x direkt auf z abbildet.
Die Skizze zeigt auch bereits die typischerweise auftretenden Konstellationen:
Es gibt Elemente x Î A, deren g-Bild zwar existiert, das aber von f nicht weiter transportiert werden kann. Dies schränkt sofort den Definitionsbereich der neuen Funktion ein!
Der Definitionsbereich von f enthält Elemente, die gar keine g-Bilder sind.
| Definition:
Sind g : A ® B und f : C ® D zwei Funktionen, so heißt die Funktion
:
{x Î A
| g(x)
Î
C} ® D gegeben durch
die Hintereinanderausführung (oder auch die Komposition) von f nach g. |
beachte:
Der Bildbereich von ist per Definition die Menge D, also der Bildbereich der linken Funktion f.
Der Definitionsbereich von
ist
immer eine Teilmenge von A, also eine Teilmenge des Definitionsbereichs
der rechten Funktion g.
Falls allerdings der Wertebereich von g vollständig im
Definitionsbereich von f liegt, ist
eine
Funktion von (ganz) A nach D.
Haben C und der Wertebereich von g keine gemeinsamen Elemente,
so ist
die
leere Funktion von Æ nach D.
Beim Ausrechnen der neuen Funktionswerte benötigt man nur diejenigen Elemente von C, die ein g-Urbild besitzen.
| Beispiel:
Bei den folgenden Hintereinanderausführungen ermitteln wir jeweils den Definitions- und den Bildbereich, sowie die Funktionsvorschrift. Der Bildbereich ist immer der Bildbereich der linken Funktion, so dass man hier wenig Mühe hat; auch die Funktionsvorschrift ist meist schnell notiert. Die eigentliche Arbeit steckt in Ermittlung des neuen Definitionsbereichs. Oft läßt sich eine Hintereinanderausführung auch kompositionsfrei schreiben.
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Für die weiteren Ausführungen ist es günstig, das Konzept der konstanten Funktionen und der Identität etwas zu verallgemeinern.
Für eine beliebige Menge A bzw. für eine reelle Zahl c nennen wir die Funktion
XA : A ® A
gegeben durch XA(x) := x
die Identität auf A. In diesem Sinn ist offenbar
XR die "alte" Identität.
cA : A
® R gegeben durch
cA(x) := c
die konstante Funktion c auf A. Auch hier kommt die alte konstante
Funktion c als cR
wieder vor.
Die folgenden allgemeinen Beispiele werden oft benutzt:
| Beispiel: f : A ® B sei eine beliebige Funktion
und c
ÎR ; dann gilt:
Falls A = B = R fallen natürlich alle Indizes weg und der Text sieht etwas freundlicher aus! Beweis:
Zu a.:
: {x Î A
|
XA(x) = x
Î A}= A ® B
und
(x)
= f(XA(x))
= f(x). |
Wir kümmern uns zunächst um die üblichen Rechenregeln.
Bemerkung:
Beweis:
Zu 1.: Hier reicht es, ein Beispiel zu nennen. In den Punkten a und b des ersten Beispiels haben wir bereits gezeigt:
.
Zu 2.: Wir geben uns drei Funktionen h : A ® B, g : C ® D und f : E ® F vor, und überprüfen zunächst die Gleichheit der Bereiche:
: {x
Î A
| h(x)
Î {x Î
C |
g(x) Î E}} =
{x Î A
| h(x)
Î C Ù
g(h(x)) Î
E} ® F, und nun für ein x aus dem gemeinsamen Definitionsbereich die Gleichheit der Funktionswerte:
, . |
Bei reellwertigen Funktionen tritt die Hintereinanderausführung in Kontakt mit den vier Grundrechenarten. Interessant ist hier die Untersuchung auf distributives Verhalten. Da nicht kommutativ ist, muß man zwischen links- und rechtsdistributiv unterscheiden, und in der Tat stellen sich auch unterschiedliche Ergebnisse ein. Wir vereinbaren gleichzeitig, zur Einsparung von Klammern, dass stärker binden soll als +, -, · und :.
Bemerkung:
Beweis: Zu 2.: Mit dem zweiten Beispiel erhält man etwa für die Addition:
.
Zu1.: Wir zeigen beispielhaft das Distributivgesetz für die Multiplikation. Dazu geben wir uns drei reellwertige Funktionen h : A ® R, g : B ® R und f : C ® R vor, und untersuchen auch hier zunächst die Bereiche:
: {x
Î A
| h(x)
Î C
Ç B} ® R , und anschließend die Funktionsvorschrift:
.
|
Wenn auch die Komposition gegenüber den Grundrechenarten nicht linksdistributiv ist, bei reellwertigen Funktionen spielen die Potenzfunktionen als linker Partner eine interessante Rolle:
| Bemerkung: Ist f : A ® R eine reellwertige Funktion, so gilt
.
Insbesondere ist: . Beim Beweis überprüfen wir zunächst die Bereiche und unterscheiden dazu zwei Fälle (über f n kann man sich hier noch einmal informieren):
n ³ 0:
: {x
Î A
| f(x)
ÎR
} =
A ® R. Für die Funktionsvorschrift gilt in jedem Fall: . |
Als rechter Partner haben dagegen nur die Linearfaktoren X - a eine besondere Bedeutung:
| Bemerkung: Ist A Ì R und f : A ® R eine reellwertige Funktion, so gilt Der Graph von entsteht durch Verschieben des Graphen von f um a Einheiten in der Waagerechten.
Kombiniert man dies mit dem Addieren konstanter Funktionen, erhält man
die allgemeine Verschiebungsregel: Beweis: Wir berechnen zunächst den Definitionsbereich von :
{x
ÎR
| (X - a)(x) = x
- a Î A} = {x
+ a | x
Î A}
Also erhält man den neuen Definitionsbereich, indem zu jedem Element von A die Zahl a zugezählt wird; dies ist eine Verschiebung um a Einheiten nach rechts, falls a positiv, nach links, falls a negativ ist. Die neue Funktion nimmt nun auf dem neuen Definitionsbereich die alten Werte an:
.
Addiert man schließlich noch die konstante Funktion b, ändert sich der Definitionsbereich nicht mehr ({x + a | x Î A} ÇR = {x + a | x Î A}, da A Ì R ); es werden nur noch die Funktionswerte um b Einheiten angehoben, bzw. abgesenkt. |
Die folgenden Beispiele können alle im zweiten (bzw. dritten) Abschnitt noch einmal optisch realisiert und durch eigene ergänzt werden.
Beispiel:
|
Zum Ende dieses Teils vereinbaren wir noch eine schreibtechnische Erleichterung
(die auch schon stillschweigend benutzt wurde). Gelegentlich, wenn es zu
keinen Mißverständnissen führt, schreiben wir